Selbst entdecken · Drei kleine Feldversuche

Nach draußen.
Genau hinschauen.

Ein gerader Becher, ein Blatt Papier und etwas Geduld: Für kleine Entdeckungen brauchst Du kein Wetterlabor.

Die Versuche passen zu leichtem Regen und zur Zeit danach. Beobachte an einem sicheren Ort abseits des Verkehrs. Bei Gewitter oder Sturm bleibst Du drinnen; der Regen wartet auf einen anderen Tag.

01 · Sammeln

Baue einen einfachen Regenmesser

Du brauchst: einen durchsichtigen, standfesten Becher mit ebenem Boden und geraden, senkrechten Wänden, ein Lineal und einen wasserfesten Stift. Die Öffnung muss genauso breit sein wie der Innenraum bis zum Boden.

  1. Markiere außen über dem inneren Boden eine Millimeterskala. Hier beginnt der Wasserstand bei null.
  2. Stelle den leeren Becher waagerecht und kippsicher unter freien Himmel. Ein Dach, Baum oder Balkongeländer soll kein zusätzliches Wasser hineinleiten und den Regen nicht abschirmen.
  3. Notiere Start und Ende. Lies nach dem Schauer die Wasserhöhe auf Augenhöhe ab.
  4. Leere den Becher nach der Messung und stelle ihn für die nächste Beobachtung neu auf.

Bei diesem geraden Gefäß entspricht ein Millimeter Wasserhöhe einem Millimeter Regen. Ein konischer Trinkbecher oder eine Flasche mit gewölbtem Boden eignet sich nicht zum direkten Ablesen: Sammelfläche und Wasserhöhe passen dort nicht zusammen.

Das ist eine einfache Beobachtung, keine amtliche Messung. Wind, Spritzer, Verdunstung und der Standort beeinflussen das Ergebnis. So beschreibt das LfU professionelle Niederschlagsmessung →

02 · Vergleichen

Fange Spuren eines Schauers

Du brauchst: zwei gleiche Stücke saugfähiges Papier, eine feste Unterlage und eine Uhr.

  1. Lege das erste Papier für fünf Sekunden waagerecht in leichten Regen und hole es wieder ins Trockene.
  2. Wiederhole das einige Minuten später mit dem zweiten Blatt für genau dieselbe Zeit.
  3. Vergleiche Anzahl, Abstand und Größe der nassen Flecken. Beschrifte beide Blätter mit Uhrzeit und Beobachtung.

War beim zweiten Versuch mehr Papier nass? Sind Flecken zusammengeflossen? Formuliere zuerst, was Du siehst, und danach Deine Vermutung. Die Fleckgröße ist kein direktes Lineal für den Tropfendurchmesser: Papier, Aufprall und Verlaufen verändern die Spur. Für einen fairen Vergleich bleiben Papier und Zeit gleich.

03 · Wiederkommen

Besuche eine Pfütze mehrmals

Du brauchst: ein Notizblatt und zwei kleine Pfützen an einem sicheren Ort.

  1. Wähle nach einem Schauer zwei Pfützen und skizziere ihren Umriss. Notiere Untergrund, Schatten oder Sonne und spürbaren Wind.
  2. Schau in gleichmäßigen Abständen nach, etwa alle 20 Minuten. Zeichne neue Umrisse und notiere die Uhrzeit.
  3. Vergleiche: Welche Pfütze schrumpft zuerst? Hat es inzwischen erneut geregnet?

Wasser kann verdunsten, versickern oder abfließen. Beim Verdunsten wird flüssiges Wasser zu unsichtbarem Wasserdampf. Eine schrumpfende Pfütze allein verrät daher noch nicht, welcher Weg den größten Anteil hatte. Im Pfützenlabor kannst Du einzelne Einflüsse gezielt vergleichen →

Dein Beobachtungsbogen

Trage Stichwörter ein und drucke den Bogen bei Bedarf. Die Einträge bleiben auf dieser geöffneten Seite; sie werden weder gespeichert noch verschickt.

Quellen & Weiterlesen

Quellen geprüft am 3. November 2026. Eigene Texte, schematische Darstellungen und vereinfachte Vergleiche.