Herbst & Regen · 03 / 05
Ein Blatt. Ein Gully.
Eine große Pfütze.
Blätter treiben über den Asphalt. Der Regen nimmt sie mit – bis zum nächsten Straßenablauf. Aus vielen einzelnen Blättern kann dort eine kleine Barriere werden.

Eine Straße im Herbst
Der Weg ist frei. Oder?
Das Wasser findet den Eingang.
Auf dieser geneigten Straße läuft Regen zum freien Rost und von dort in den Straßenablauf.
Der Engpass liegt manchmal ganz oben.
Ein Straßenablauf verbindet die Oberfläche mit dem Entwässerungssystem. Regenwasser muss zunächst durch seinen Rost gelangen. Bedeckt eine dichte Laubschicht diesen Eingang, kann sich Wasser davor sammeln – auch wenn im Ablauf darunter noch Platz wäre.
Die Münchner Stadtentwässerung beschreibt genau diesen Herbstfall: Häufig liegt das Problem bereits am verdeckten Einlaufrost. Regen spült die Blätter heran; Verkehr und weiteres Laub können die Schicht verdichten.
Warum Wasser zur tiefsten Stelle zieht.
Auf versiegeltem Asphalt kann Regen kaum direkt in den Boden eindringen. Er folgt dem Gefälle der Oberfläche. Liegt ein bedeckter Ablauf an einem Tiefpunkt, sammelt sich dort Wasser, statt den vorgesehenen Weg zu nehmen.
Die Szene vergleicht nur einen freien mit einem bedeckten Einlauf. In der Wirklichkeit können auch weitere Engpässe dazukommen. Ein freier Rost garantiert deshalb nicht, dass ein Entwässerungssystem jede Regenmenge aufnehmen kann.
Eine kleine Beobachtung für den Herbst.
Schau beim nächsten Regen von einem sicheren, trockenen Platz auf einen Straßenrand: Wohin läuft das Wasser? Wo bleiben Blätter liegen? Schon die Form einer Pfütze erzählt etwas über Gefälle und Abflusswege.
Das Beispiel ist eine Einladung zum Hinschauen. Den größeren Zusammenhang von versiegelten Flächen und Versickerung kannst Du in unseren Wasserwegen weiterverfolgen.
Quellen & Weiterlesen
Quellenstand: 25. Oktober 2026. Eigene, vereinfachte Darstellung. Die Experimente erklären Zusammenhänge; sie verwenden keine Live-Wetterdaten.