Herbst & Regen · 05 / 05
Der Regen füllt
unsichtbare Speicher.
Oben glänzt die Erde schon nass. Weiter unten fehlt vielleicht noch immer Wasser. Nach einer trockenen Zeit braucht der Regen Geduld, bevor er auch die tieferen Speicher erreicht.

Ein Blick unter die Oberfläche
Erst der Boden. Dann die Tiefe.
Unter der nassen Oberfläche kann es trocken sein.
Nach längerer Trockenheit fehlt Wasser auch unterhalb der Oberfläche. Ein Regenschauer allein füllt diesen Speicher nicht unbedingt wieder auf.
Ein nasser Weg ist noch kein voller Speicher.
Ein Teil des versickernden Regens bleibt zunächst im Boden. Dieses Bodenwasser steht unter anderem Pflanzen zur Verfügung. Nach längerer Trockenheit muss der Bodenwasserspeicher erst wieder aufgefüllt werden, bevor mehr Wasser in tiefere Schichten weiterziehen kann.
Grundwasser ist Wasser, das die Hohlräume eines unterirdischen Bereichs zusammenhängend ausfüllt. Es liegt nicht überall wie ein offener See unter uns. Die Zeichnung zeigt deshalb einen vereinfachten, wassergefüllten Untergrund.
Die kühlere Jahreszeit verändert die Bilanz.
Bei niedrigeren Temperaturen verdunstet weniger Wasser. Zugleich entnimmt die Vegetation im Winter meist weniger Wasser aus dem Boden. Dadurch kann ein größerer Anteil des Niederschlags zur Grundwasserneubildung beitragen.
In Bayern entsteht Grundwasser gewöhnlich überwiegend im Winterhalbjahr neu. Der Übergang beginnt aber nicht automatisch mit dem ersten Herbstregen: Vorherige Trockenheit, Regenmenge und die Beschaffenheit des Untergrunds entscheiden mit.
Die Antwort aus der Tiefe kommt später.
Ein Bach kann nach Regen schnell anschwellen. Grundwasser reagiert oft träger. Wie lange die Reise dauert, hängt unter anderem von den Bodenschichten und der Tiefe des Grundwassers ab. Ein einzelner nasser Tag beendet deshalb keine länger anhaltende Grundwassertrockenheit.
Auch umgekehrt gilt: Viel Regen bedeutet nicht unbegrenzt viel Neubildung. Bereits wassergesättigte oder gefrorene Böden können die Versickerung begrenzen. Unsere drei Bilder sind daher mögliche Schritte eines Beispiels – keine Uhr für den Untergrund.
Quellen & Weiterlesen
- LfU Bayern: Grundwasserneubildung und Bodenwasser
- LUBW: Warum sich Grundwasser nach Trockenheit nur langsam erholt
- Umweltbundesamt: Grundwasserstand und Quellschüttung
Quellenstand: 25. Oktober 2026. Eigene, vereinfachte Darstellung. Die Experimente erklären Zusammenhänge; sie verwenden keine Live-Wetterdaten.